Die Sage vom Römerschatz beim Heidentor

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    „Eines Abend hütete ein junger Bursche aus Petronell beim Heidentor seine Rinderherde. Als er sein Vieh schon nach Hause treiben wollte, sah er neben dem Tor eine bläuliche Flamme aus dem Boden züngeln. Da er dachte, dass an dieser Stelle vermutlich ein Schatz verborgen war, beschloss er ihn am darauffolgenden Tag zu heben.

    Am nächsten Abend erschien die Flamme wieder und der Hirte markierte die Stelle. Am dritten Tag begann er dort zu graben. Zu seiner Freude stieß er bald auf einen Steinsarkophag. Als er eine Ecke des Deckels abschlagen wollte, wurde er plötzlich hart an der Schulter gefasst. Hinter ihm stand eine Gestalt in seltsamer Kleidung, die ihm zurief: „Törichter, dieser Schatz ist nicht dir bestimmt! Sieh’ dort deine Kühe!“

    Der zu Tode erschrockene Hirte sah, dass seine Tiere mittlerweile in einen Weingarten eingedrungen waren und dort großen Schaden anrichteten. Er sprang rasch aus der Grube, um das Vieh wieder zurückzutreiben. Das war auch sein Glück, denn es erhob sich nun ein gewaltiges Getöse und die Gestalt erschien ihm nun um vieles größer als noch kurz vorher. Der Riese brach ein gewaltiges Stück Mauerwerk aus dem Tor, schleuderte es auf das von dem Burschen gegrabene Loch und begrub so den Schatz für immer. Seitdem liegt im Osten des Heidentores ein riesiger Mauerblock.“

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    Bilder von Gerald Sutter.
    Anmerkung: Das Heidentor ist ein spätantikes Siegesdenkmal aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. aus der niederösterreichischen Marktgemeinde Petronell-Carnuntum und steht in unmittelbarer Nähe des römischen Carnuntum. (Quelle: Wikipedia)

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