„Im Ausnaum“ – Besinnliches Mundartgedicht von Ingeborg Stigleitner

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    Besinnliches – Im Ausnaum!

    Vua zirka 30 joa, haum mia unsa Wirtschaft übanumma.
    Unsre Ötan san ins Ausgedinge kumma.
    Domois haum mas gornet kapiert, dass da Voda jeden Tog g`staunt`n is in da Tüa,
    „Wos moxt`n schau do, so zeitli in da Früa?
    Du kuntast hiaz schlofa, solaungst wüst,
    weu Du jo jetzt im Ruhestaund bist!“
    Stad isa wieda gaunga, zua Muatta ins neiche Ausnaumhaus.
    Mia haum fia ean koa Zeit ghobt zum plaudern, wen vü Orwart war am Ocka und do miaß ma raus.
    De Muatta hat des allas bessa vakraft.
    Sie hat eam hoit dahoam allohaund gschafft.
    Se san a dann aufd Kua gfoan und zu de Senjoren taunz`n,
    sche langsam, mit da Zeit, hota dann aufgheat voun raunz`n.
    Noch a poa Joa, wora des nixta schau gwent,
    da is a jedn Tag gradlt und sparziern gaunga,
    do isa da Tag varennt.
    Heit, dreiß`g Jahrl späta, steck`n mia in de Schuach.
    Es ist genauso, wia wannst zrückblatlst in a Buach.
    Jetzt haum unsre Jungan de Wirtschaft üwanumma.
    Und mia zwoa san in Ausnaum kumma.
    Da oanzige Vurteu is, dass jede 1. kummts Göd,
    des is awa schau ois auf da Wöt.
    Du kamast da so gescheit vua, doch z`redn host nix,
    vauda Orwat wiast oghoit`n mit allohaund Trix.
    S`schenste is nau, wann de Enkal kuman zu dia,
    de kaunst ollahaund dazön, de san da nau daunkboa dafia.
    Jetzt kummst ma imma öfta in Sinn,
    wia grausli i domois zum Voda gwesn bin.

    Zur Person: Ingeborg Stigleitner ist eine Bäuerin aus Rohrau. Die Künstlerin ist unter anderem eine begnadete Mundart-Dichterin. Die Gedichte handeln vom täglichen Leben und sind mal besinnlich, mal heiter.

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